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Stop mit den Bewertungen. Warum du die Angst vorm Scheitern loslassen solltest.

Sind wir mal ehrlich: Wir leben immer noch in einer Arbeitswelt, in der Fehler vermieden werden wollen – und vielleicht auch sollen. Zwar gibt es inzwischen einige mutige Menschen, die in Büchern und Artikeln davon berichten, wie sie gescheitert sind und dass genau das das Beste gewesen war, was ihnen passieren konnte. Allerdings handelt es sich hierbei um wenige Ausnahmen. Fakt ist, der Ausspruch „aus Fehlern lernen“ wird zwar gerne zum Besten gegeben, aber selten gelebt.




Das Ego. Unsere Identifikation mit unserem gewünschten Selbstbild.


In Spektrum der Wissenschaft wurde dieses Faktum im Artikel „Warum es so schwer ist, aus Fehlern zu lernen“ vom 12. November 2022 thematisiert. Schon die Subline „Aus Fehlern wird man klug? Das stimmt vor allem dann, wenn es sich um die Fehler anderer Leute handelt. Die eigenen werden dagegen gerne ignoriert“ lässt so manchen beim Lesen erröten. Schließlich vermeiden wir unterbewusst tunlichst alles, was unser Ego, also die Wunschvorstellung, die wir von uns haben, angreift. So also auch die Akzeptanz von Fehlern.

Im Artikel wird von einer Studienreihe berichtet, die zu ebendiesem Schluss kam:

„Zum einen bedrohe Scheitern das Ego, und um es zu schützen, werde die Aufmerksamkeit davon weggelenkt. Zum anderen verarbeiten Menschen bevorzugt Informationen, die mit ihren Überzeugungen und Erwartungen übereinstimmen, und ignorieren jene, die ihnen widersprechen – ein verbreiteter Urteilsfehler, der als »confirmation bias« bekannt ist. Noch dazu ist die Information, die im Scheitern steckt, nicht immer offensichtlich. Man muss um die Ecke denken und aus dem Falschen auf das Richtige schließen.

Doch damit steht man sich selbst im Weg. Wer fähig ist, aus Misserfolgen zu lernen, steigert seine Chance auf künftige Erfolge, schreiben Eskreis-Winkler und Fishbach. Sie empfehlen, das Ego außen vor zu lassen: indem man aus den Fehlern anderer lernt, in ein konstruktives Selbstgespräch geht oder das eigene Selbstwertgefühl langfristig so stärkt, dass das Ego mit einer Schlappe gelassen umgehen kann.“

Volltreffer. Schauen wir nämlich unsere Arbeitswelt an, sehen reflektierte Menschen immer noch zu viele – vor allem unbewusste – Egos die Strippen ziehen. Kein Wunder, dass dann denjenigen, die in der Hierarchie von unten auf sie aufschauen, der Mut fehlt, es anders zu machen. Dabei bringen uns Fehler weiter. Uns und unser Ego wohlgemerkt.


Agil anstatt starr – offen anstatt konservativ.

Das Agile Arbeiten ist längst in den Köpfen von Macher- und Schaffer*innen angekommen, auch wenn sich diese Methode noch lange nicht durchgesetzt hat – schließlich geht es hierbei auch und vor allem darum, eine Fehlerkultur zu entwickeln und zu leben.

So ist das Agile Projektmanagement darauf ausgerichtet, in kleinen, interdisziplinären Teams einen flexiblen Projektumfang mit wenig Vorgaben abzuarbeiten. Hierbei liegt der Fokus auf flachen Hierarchien, Selbstorganisation und einem iterativen Vorgehen. Änderungen sind also jederzeit herzlich willkommen! Heißt im Umkehrschluss: Hier wird munter und ohne Bewertung ausprobiert, überarbeitet oder verworfen, bis alle zufrieden sind. Das gelingt natürlich nur, wenn der Mut zum Scheitern vorhanden ist. Der ist wiederum dann da, wenn alle gleich denken. Wenn sich jede*r traut, Ideen einzubringen – und klingen sie noch so verrückt. Wenn jede*s Ego zurückgestellt und das gemeinsame Ziel in den Vordergrund gerückt wird. Genau dann wird auch eine Fehlerkultur gelebt, die es allen leicht macht, sich zu öffnen. Klingt doch sehr einfach, oder?

In meinem letzten Newsletter hatte ich es schon angedeutet. Als ich darüber nachdachte, ein Space zu gründen, hatte ich viele Ideen, die ich in der Entwicklungsphase und auch danach alle versucht habe, in die Tat umzusetzen. Selbstredend, dass nicht alle gut waren. Aber ob gut oder schlecht finden wir nun einmal erst heraus, wenn sie ausprobiert werden. Denn selbst wenn eine Idee ganz wunderbar zur Zielgruppe passt, so kann es immer noch sein, dass sie gar nicht zu uns selbst passt – oder umgekehrt. Und by the way: Wer sagt überhaupt, was gut oder schlecht ist? Kommt es nicht immer darauf an, wie wir uns bei alldem fühlen?


Die Angst vor dem Scheitern, die jede Idee im Keim erstickt.


Ich habe also einfach gemacht. Dazu gehörte, dass ich meine Angst überwinden musste, etwas „falsch“ zu machen. Mit der mir eigens geschenkten Erlaubnis, alles ausprobieren und entsprechend auch Fehler machen zu dürfen. Wobei ich Fehler nicht als solche, sondern als Wachstumsschritte tituliert habe. So bin ich mit einem Konzept in mein Projekt gestartet, das ich immer und immer wieder neu in Frage stellen musste. Mit jedem neuen Angebot konnte ich noch während der Durchführungsphase herausfinden, ob es zu mir und meiner Vorstellung von Flow Working passt.

Inzwischen kann ich sagen: Flow Working ist vor allem die Wiesbadener Location für Offsite-Meetings. Der Weg zu dieser Erkenntnis war kurvig, aber zielführend. Ob es dabei bleiben wird? Wer weiß das schon? Heute zumindest fühlt es sich für mich und meine Gäst*innen sehr gut an. Ich kann also sagen, dass es sich gelohnt hat, meine Angst vor Fehlern zu überwinden und eben nicht zu bewerten, beziehungsweise meine Bewertungen mit meinem Wohlbefinden in Einklang zu bringen. Mein Mantra „Fühlt es sich gut an? Dann mach‘ weiter“ kam und kommt mir da sicherlich zugute.


Sei du selbst die Veränderung im Leben, die du dir wünschst.


Diesen Spruch hatte ich zu Beginn von Flow Working auf Postkarten drucken lassen. Für mich einer, der sich lohnt, in die Welt zu tragen. Denn, wie gesagt: Es kommt immer darauf an, wie wir uns bei dem fühlen, was wir tun. Meist hat das mit einschneidenden Veränderungen zu tun, vor denen wir große Angst haben. Aber sind wir mal ehrlich: Selbst der worst worst case bringt uns so gut wie nie um. Also los: Lauft, probiert aus, macht Fehler, steht dazu und sagt „Ja, auch dieser Schritt war wichtig für meine Reise. Er hat mich genau hierhergebracht.“ Seid die Veränderung, die ihr euch wünscht im Leben – sowohl beruflich als auch privat.


Eure Angelika


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